Schreibtipp: Sorgfältig lesen

2014 04 08 Feder

Jeder (wichtige) Text sollte mit einigem zeitlichen Abstand nach Abschluss der Erstellung noch einmal sorgfältig gelesen und idealer Weise von einem zweiten Person gegengelesen werden.

Ob „mal ebenso“ erstellt oder „in zähem Ringen um jedes Wort“ erschaffen, ein jeder Autor beschäftigt sich intensiv mit seinen Texten. Das gilt auf jeder Ebene, also für Schülerin bei den Hausaufgaben ebenso wie für den Autor eines Romans oder den Journalisten mit seiner Reportage. Diese intensive Beschäftigung, d.h. die emotionale Nähe, macht jeden Autor aber auch betriebsblind. Deshalb gibt es in der modernen Software Hilfen. Doch diese Programme oder Programm-Ergänzungen sind nicht immer eine Hilfe. Denn – VORSICHT !!! – die meisten arbeiten nur  wortorientiert, d.h. prüfen die Rechtschreibung eines Wortes nicht im Textzusammenhang. Bespiel: “Partei” und “Partie” werden beiden von Rechtschreibprogrammen als korrekt angesehen. Aber überlegen Sie selbst, welcher Satz in Ihren Augen mehr Sinn macht: “der Föderverein ist mit von der Partei” oder “der Fördrverein ist mit von der Partie”. Jeder dürfte auch den Unterschied zwischen dem Verb “schreiben” und dem Substantiv “Schreiben” erkennen und auch dieser Satz wird von vielen dieser automatischen Korrektoren als korrekt angesehen: “Besten danken für Ihre schnellen und offen Rückmeldungen.”

Deshalb heißt der heutige Schreibtipp: Jeder (wichtige) Text sollte, möglichst mit einigem zeitlichen Abstand, nach Abschluss der Erstellung noch einmal sorgfältig gelesen und idealer Weise von einem zweiten Person gegengelesen werden.

Wer nicht glaubt, dass diese „Binsenweisheit“ wirklich einen Schreibtipp wert ist, möge sich anschauen, was andernfalls geschehen kann. So schrieb die Westdeutsche Zeitung in einem Artikel unter der Überschrift „Tierschützer kündigen Vertrag“ folgendes:
„… Bereits seit 1993 werden dort auf Vertragsbasis Haustiere aufgenommen. Aber auch Menschen, die von ihren Besitzern abgegeben werden, weil sie nicht mehr in der Lage sind, diese zu halten, finden am Flünnertzdyk eine Anlaufstelle. …“ (Quelle: Westdeutsche Zeitung, Do. 08.05.14, S. 22)